So misst du Feuchtigkeit im Mauerwerk mit einfachen Methoden

So misst du Feuchtigkeit im Mauerwerk mit einfachen Methoden

Feuchtigkeit im Mauerwerk ist ein häufiges Problem – sowohl bei Altbauten als auch bei neueren Gebäuden. Sie kann zu Schäden wie abblätterndem Putz, Verfärbungen, Wärmeverlust und im schlimmsten Fall zu Schimmel führen. Zum Glück kannst du mit einigen einfachen Methoden selbst herausfinden, woher die Feuchtigkeit stammt und wie stark sie ist. Hier erfährst du, wie du Feuchtigkeit im Mauerwerk ohne teure Geräte messen kannst.
Bevor du beginnst – verstehe die Ursachen der Feuchtigkeit
Feuchtigkeit kann aus verschiedenen Quellen kommen: Regenwasser, aufsteigende Bodenfeuchte, undichte Dachrinnen oder Kondenswasser. Bevor du misst, beobachte genau, wann und wo die Feuchtigkeit auftritt. Ist die Wand ständig feucht oder nur nach Regen? Tritt sie unten an der Wand auf oder weiter oben? Diese Beobachtungen helfen dir später, die Messergebnisse richtig zu deuten.
Methode 1: Der einfache Folientest
Eine der bekanntesten und einfachsten Methoden ist der sogenannte Folientest. Du brauchst nur eine durchsichtige Kunststofffolie und Klebeband.
- Wähle eine verdächtige Stelle an der Wand.
- Wische die Oberfläche leicht ab, damit sie sauber und trocken ist.
- Klebe die Folie luftdicht auf die Wand.
- Lass sie 24 bis 48 Stunden haften.
Nach dem Entfernen der Folie kannst du Folgendes beobachten:
- Kondenswasser auf der Innenseite der Folie bedeutet, dass die Feuchtigkeit aus der Raumluft stammt (Kondensfeuchte).
- Kondenswasser auf der Wandseite der Folie weist darauf hin, dass Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk austritt.
Diese einfache Methode hilft dir, zwischen innerer und äußerer Feuchtigkeit zu unterscheiden.
Methode 2: Einsatz eines Feuchtigkeitsmessgeräts
Ein Feuchtigkeitsmessgerät (auch Feuchtemesser oder Hygrometer genannt) ist ein handliches Gerät, das du in Baumärkten oder online kaufen kannst. Es gibt zwei Haupttypen:
- Eindringmessgeräte – mit zwei Metallspitzen, die in das Material gesteckt werden. Sie messen den elektrischen Widerstand und damit den Feuchtigkeitsgehalt.
- Oberflächenmessgeräte – messen berührungslos, liefern aber eher oberflächliche Werte.
So gehst du vor:
- Miss an mehreren Stellen – sowohl oben als auch unten an der Wand.
- Notiere die Werte, um sie vergleichen zu können.
- Beachte, dass Mauerwerk immer eine gewisse Grundfeuchte enthält. Erst bei höheren Werten besteht Handlungsbedarf.
Als grobe Orientierung gilt: Innenmauerwerk sollte unter etwa 5–6 % Feuchtegehalt liegen. Werte über 8–10 % deuten auf ein Problem hin, besonders wenn sie nur in bestimmten Bereichen auftreten.
Methode 3: Sichtprüfung und Geruch
Auch ohne Messgerät kannst du mit deinen Sinnen viel erkennen. Achte auf:
- Dunkle Flecken oder Verfärbungen an der Wand.
- Abblätternde Farbe oder Putz.
- Salzausblühungen (weiße Kristalle auf der Oberfläche).
- Muffigen oder feuchten Geruch.
Diese Anzeichen können auf Feuchtigkeit hinweisen, noch bevor größere Schäden entstehen.
Methode 4: Wiegen und Trocknen (für Experimentierfreudige)
Wenn du es genauer wissen möchtest, kannst du eine kleine Materialprobe (z. B. ein Stück Mörtel) entnehmen, wiegen, im Backofen bei niedriger Temperatur trocknen und erneut wiegen. Die Gewichtsdifferenz zeigt den Feuchtigkeitsgehalt. Diese Methode wird auch von Fachleuten verwendet, erfordert aber Vorsicht und etwas Erfahrung.
Ergebnisse richtig deuten
Nach der Messung ist es wichtig, die Ergebnisse zu verstehen:
- Feuchtigkeit im unteren Wandbereich deutet oft auf aufsteigende Bodenfeuchte hin.
- Feuchtigkeit im oberen Bereich kann durch undichte Dachrinnen oder Risse in der Fassade verursacht werden.
- Feuchtigkeit an Innenwänden von Außenmauern weist häufig auf Kondenswasser hin, besonders in schlecht belüfteten Räumen.
Vergleiche deine Messungen über einen längeren Zeitraum. Wird die Feuchtigkeit stärker oder nimmt sie ab? Das hilft dir, die Ursache besser einzugrenzen.
Wann du einen Fachmann hinzuziehen solltest
Wenn du dauerhaft hohe Feuchtigkeitswerte feststellst oder Schimmel sichtbar ist, solltest du einen Bausachverständigen oder einen Fachbetrieb für Bautrocknung kontaktieren. Diese können präzisere Messungen durchführen und die Ursache professionell ermitteln, bevor größere Schäden entstehen.
Vorbeugung – die beste Messung ist die, die du nicht brauchst
Selbst die genaueste Messung hilft nur, wenn du auch vorbeugst. Achte auf:
- Gute Lüftung in allen Räumen.
- Dichte Dachrinnen und Fallrohre.
- Intakte Fugen und Sockelbereiche.
- Ausreichenden Abstand von Möbeln zu kalten Außenwänden.
Mit etwas Aufmerksamkeit und diesen einfachen Tests kannst du Feuchtigkeit im Mauerwerk frühzeitig erkennen – und teure Sanierungen vermeiden.









