So vermehrst du Kletterpflanzen – Schritt für Schritt

So vermehrst du Kletterpflanzen – Schritt für Schritt

Kletterpflanzen sind in deutschen Wohnungen und Gärten äußerst beliebt – sie bringen Höhe, Struktur und ein Stück Natur an Wände, Zäune oder Regale. Ob Efeu, Monstera oder Clematis: Mit ein wenig Geduld kannst du viele Arten ganz einfach selbst vermehren, statt neue Pflanzen zu kaufen. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie es funktioniert.
Wähle die richtige Methode
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kletterpflanzen zu vermehren. Welche Methode am besten geeignet ist, hängt von der Pflanzenart ab. Die gängigsten sind:
- Stecklinge – ideal für Zimmerpflanzen wie Efeu, Philodendron, Pothos oder Monstera.
- Absenker (Absenkung) – gut geeignet für Pflanzen mit langen, biegsamen Trieben, etwa Clematis oder Passionsblume.
- Teilung – funktioniert bei Pflanzen, die in Horsten wachsen, zum Beispiel bei manchen Jasminarten oder beim klassischen Garten-Efeu.
Für die meisten Zimmerpflanzen ist die Stecklingsvermehrung die einfachste und schnellste Methode.
Schritt 1: Einen gesunden Steckling schneiden
Wähle einen kräftigen, nicht blühenden Trieb und schneide mit einer sauberen, scharfen Schere ein etwa 10–15 cm langes Stück ab. Achte darauf, dass der Steckling mindestens zwei Blätter und ein oder mehrere Knoten (Blattansätze) hat – dort bilden sich später die Wurzeln.
Entferne die unteren Blätter, sodass ein paar Zentimeter Stiel frei bleiben. Wenn deine Pflanze bereits Luftwurzeln hat (z. B. Monstera), kannst du eine kleine Wurzel am Steckling belassen – das beschleunigt die Bewurzelung.
Schritt 2: Steckling in Wasser oder Erde setzen
Du hast zwei Möglichkeiten:
- Im Wasser: Stelle den Steckling in ein Glas mit zimmerwarmem, sauberem Wasser, sodass der Knoten bedeckt ist. Wechsle das Wasser alle paar Tage, um Fäulnis zu vermeiden. Nach zwei bis vier Wochen zeigen sich meist die ersten Wurzeln.
- In Erde: Stecke den Steckling direkt in feuchte, lockere Blumenerde, am besten mit etwas Perlite oder Sand für bessere Durchlüftung. Decke den Topf mit einer durchsichtigen Plastiktüte ab, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen – lüfte aber täglich kurz, damit kein Schimmel entsteht.
Beide Methoden funktionieren gut, aber im Wasser kannst du die Wurzelbildung besonders schön beobachten.
Schritt 3: Die junge Pflanze eintopfen
Sobald die Wurzeln etwa 3–5 cm lang sind, kannst du den Steckling in einen kleinen Topf mit frischer, lockerer Erde pflanzen. Achte darauf, dass der Topf ein Abzugsloch hat, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.
Drücke die Erde leicht an und gieße vorsichtig. Stelle die Pflanze an einen hellen, aber nicht sonnigen Platz, bis sie sich an die neuen Bedingungen gewöhnt hat.
Schritt 4: Kletterhilfe und Pflege
Kletterpflanzen brauchen eine Stütze, um sich nach oben zu entwickeln. Stecke eine Moosstange, ein Rankgitter oder eine Schnur in den Topf und befestige die Triebe vorsichtig mit weichem Pflanzenband oder Clips.
Halte die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeide Staunässe – zu viel Wasser lässt die jungen Wurzeln faulen. Nach einigen Wochen kannst du in der Wachstumszeit alle zwei Wochen mit flüssigem Dünger nachhelfen.
Schritt 5: Geduld haben und Freude genießen
Pflanzenvermehrung braucht Zeit, aber sie ist eine der schönsten Arten, sich mit dem eigenen Grün zu beschäftigen. Du bekommst nicht nur mehr Pflanzen, sondern lernst auch, wie sie wachsen und was sie brauchen.
Wenn du einmal den Dreh raus hast, kannst du schnell eine ganze grüne Wand gestalten – oder kleine Ableger als persönliche Geschenke an Freunde und Familie weitergeben.
Extra-Tipp: Experimentiere mit Formen
Manche Kletterpflanzen entwickeln je nach Licht und Schnitt ganz unterschiedliche Wuchsformen. Wenn du Stecklinge aus verschiedenen Pflanzenteilen nimmst, kannst du mit buschigem oder hängendem Wuchs experimentieren. So wird das Vermehren nicht nur praktisch, sondern auch zu einem kreativen Gartenprojekt.









